Leben, lernen, arbeiten – wir stellen gute Beispiele für ein gelungenes Miteinander vor

Zum Beispiel bei einem Kreativprojekt im Bethel-Haus Elim: „Ich kann die Farbe riechen“, sagt Thomas Schröder sofort, als er mit seinem Rollstuhl in die Cafeteria des Hauses Elim in Bielefeld-Eckardtsheim geschoben wird. Der Bewohner der Bethel-Einrichtung, in der Menschen mit gerontopsychiatrischen Beeinträchtigungen, dementiellen Erkrankungen und erworbenen Hirnschädigungen leben, kann zwar nicht sehen, doch das rege künstlerische Treiben um ihn herum nimmt er trotzdem hocherfreut wahr.

20 Schülerinnen und Schüler der renommierten weißrussischen Kunstschule N°1 in Witebsk besuchten das Haus Elim und vollendeten Bilder, die die Bewohner begonnen hatten. In der Vorbereitung der Kreativ-Veranstaltung hatten nicht nur die Bewohner, sondern auch die Betreuer ein großes Maß an Kreativität bewiesen: Ein Bewohner, der vom so genannten Locked-In-Syndrom betroffen ist, kann seine Hände nicht bewegen, steuert seinen Elektro-Rollstuhl aber geschickt mit dem Mund. Deshalb befestigten die Bethel-Mitarbeitenden einen Pinsel an der Fußstütze des Gefährts, das so präpariert mittels Vor-, Zurück- und Seitwärts-Bewegungen kräftige blaue Linien auf einen Leinwand zauberte. Ein anderes, großformatiges Bild entstand, indem Bewohner mit in Farbe getauchten Rolli-Rädern wiederholt darüber fuhren. Die angehenden Künstlerinnen und Künstler, alle zwischen 14 und 20 Jahren alt, interpretierten daraufhin diese Vorlagen, zeichneten Portraits der Bethel-Bewohner und unterstützten sie, wenn sie selbst zu Pinsel und Palette greifen wollten.

Die Ergebnisse des inklusiven Kreativprojekts sind jetzt zusammen weiteren Werken der Schülerinnen und Schüler im Eingangsbereich von Haus Elim, Semmelweisweg 3 in Bielefeld, zu bewundern. Die Ausstellung wird bis zum 31. Juli, täglich von 9 bis 17 Uhr, gezeigt.

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