Eine besondere Freundschaft im Begegnungszentrum

Eine besondere Freundschaft im Begegnungszentrum

„Wir sind ein Kleeblatt“, beschreibt Hildegard Crone ihre Freundschaft zu Gisela Ebel und Ilse Mücke. „Wir gehören einfach zusammen.“ Seit fast zwei Jahren sind sie unzertrennlich. Die drei Frauen haben sich im Begegnungszentrum Bültmannshof in Bielefeld kennengelernt. Obwohl sie sehr unterschiedlich sind, haben sie sich auf Anhieb verstanden. Diese besondere Freundschaft ist auch für die Betheler Einrichtung eine Erfolgsgeschichte.

Dienstags Waffeln essen, mittwochs Spieletreff und donnerstags Suppenküche im Begegnungszentrum Bültmannshof – der Terminkalender von Hildegard Crone, Gisela Ebel und Ilse Mücke ist voll. Langweilig wird es nie. „Wir haben uns immer etwas zu erzählen, auch wenn wir uns fast jeden Tag sehen“, sagt Hildegard Crone. „Viele Leute reden die ganze Zeit nur von Krankheiten. Bei uns ist das ganz anders“, erzählt Ilse Mücke. Die 75-Jährige wohnt in der Nähe des Begegnungszentrums. Sie hatte von den Freizeitangeboten im Bültmannshof gehört und beschlossen, einfach mal hinzugehen. „Wenn man alleine ist, ist es ganz prima, dass es solche Angebote gibt.“

Hildegard Crone wohnt in der Ortschaft Bethel und wird ambulant betreut. Sie schätzt an der Freundschaft besonders, dass sie sich aufeinander verlassen können. „Ilse kümmert sich um uns, das finde ich so toll an ihr“, sagt die 61-Jährige. Dass das nicht selbstverständlich ist, weiß auch Gisela Ebel. „Ich hatte mal eine Bekannte, die ich immer besucht habe als sie krank war, aber umgekehrt war das nicht so“, sagt sie nachdenklich. Gisela Ebel ist mit 43 Jahren die Jüngste in dem Dreiergespann. Sie wohnt im Apartmenthaus am Bültmannshof, einer Betheler Einrichtung für Menschen mit Behinderungen.

Bei einer heißen Tasse Kaffee und einem leckeren Stückchen Kuchen sprechen die Frauen viel über alltägliche Dinge, die sich beschäftigen: Die Arbeit oder die Familie. Die Chemie stimmt. Deshalb kann sich keine vorstellen, eine Vierte im Bunde aufzunehmen. Auch wenn es sicher Interessentinnen gebe, die dem ungleichen Trio gerne beitreten würden. „Wir passen so gut zusammen, das soll auch genauso bleiben“, sagt Hildegard Crone. Die anderen nicken.

Foto: Paul Schulz

 

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