„Wer den Altenkreis gegründet, hat ein gutes Werk getan“

„Wer den Altenkreis gegründet, hat ein gutes Werk getan“

Es ist kurz vor halb drei. Auf den Tischen des Evangelischen Gemeindezentrums Jona-Haus in Unna stehen Kaffee und Kuchen. Jeden Mittwoch findet hier der kirchliche Altenkreis statt. Auch drei Bewohner aus dem Betheler Haus Dürerstraße haben sich auf den Weg gemacht um an der geselligen Runde teilzunehmen.

Vom Haus Dürerstraße, eine Einrichtung für Menschen mit komplexen Mehrfachbehinde-rungen und Epilepsie, sind es zu Fuß etwa 20 Minuten bis zum Jona-Haus. Die Bewohner Renate Brzyk, Ulrich Gebhard und Klaus Frick sitzen im Rollstuhl und werden von Mitarbeitern der Bethel-Einrichtung geschoben. Sie freuen sich auf den Nachmittag. „Das ist eine schöne Abwechslung“, sagt Frauke Lepper-Rasche, Heilerziehungspflegerin im Haus Dürerstraße. Zum vierten Mal besuchen die drei Senioren heute den Altenkreis der evangelischen Gemeinde. Bei dem zweistündigen Treffen steht das fröhliche Miteinander im Vordergrund: es werden Lieder gesungen und Geschichten erzählt. Auch die zuständige Pfarrerin kommt ab und zu vorbei.

PR Inklusion Unna Dürerstraße 2015 19i

Alle rücken zusammen

Viele Stühle sind bereits besetzt, als die Gruppe eintrifft. „Bisher saßen die Drei immer am Ende des Tisches, da ist mehr Platz“, sagt Christel Heckmann, die die Treffen organisiert. Eine praktische aber nicht unbedingt inklusive Lösung. Deshalb sollen Renate Brzyk, Ulrich Gebhard und Klaus Frick jetzt zwischen den anderen Senioren sitzen. Alle rücken etwas zusammen, damit die sperrigen Rollstühle Platz finden. Christel Heckmann hat ein buntes Programm vorbereitet. „Am liebsten wird gesungen“, erklärt sie, während sie die Gesangsbücher verteilt. Nach einer kurzen Andacht zur Begrüßung schlagen die 18 Frauen und drei Männer die Bücher direkt auf.

„Wer den Altenkreis gegründet, hat ein gutes Werk getan, denn wir haben schöne Stunden, in Gemeinschaft zugebracht“, schallt es auf die Melodie von „Eine Seefahrt die ist lustig“ durch den großen Raum. Renate Brzyk schunkelt mit ihrer Sitznachbarin Edeltraud Hecht. „Sehr schön Renate“,  sagt Edeltraud Hecht lachend. Nach einer ausgiebigen Kaffeepause soll es nun aber auch noch sportlich zugehen. Christel Heckmann verteilt bunte Softbälle. „Den Ball in die Hand nehmen und feste drücken“, lautet ihre Anweisung. Klaus Frick schaut kurz zu seiner Nachbarin und bemüht sich es ihr gleich zu tun.

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Das Interesse wächst

„Wir wollen uns mehr in die Gemeinde integrieren und über den Tellerrand schauen“, meint Frauke Lepper-Rasche. Die regelmäßige Teilnahme der Bewohner am kirchlichen Altenkreis sei ein erster Schritt. „Jedes Mal zeigen die anderen Senioren etwas mehr Interessen an uns“, ergänzt sie. Auch wenn noch nicht alle Teilnehmer mit Renate Brzyk, Ulrich Gebhard und Klaus Frick richtig warm geworden sind, so ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Bei den kurzweiligen Nachmittagen können sich die Frauen und Männer in aller Ruhe kennen lernen.

Fotos: Reinhard Elbracht

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